Häufig gestellte Fragen

Der Gedanke, Pflegestelle zu werden, wirft oft viele Fragen auf. Wie läuft eine Pflegestelle eigentlich ab? Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen? Welche Kosten entstehen und wie lange bleibe ich Pflegestelle? Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema.

Sollte dennoch etwas offen sein, freuen wir uns über deine Nachricht und helfen dir gerne persönlich weiter. Nutze dafür gerne das Kontaktformular.

Allgemeines

Als Pflegestelle lebt einer unserer Waisenhunde vorübergehend bei dir, bis wir sein endgültiges Zuhause gefunden haben. Während dieser Zeit begleitest du ihn im Alltag, gibst ihm Sicherheit und Geborgenheit und hilfst ihm dabei, sich an sein neues Leben zu gewöhnen – so, als wäre er dein eigener Hund.

Du kannst dich entweder direkt über die Vermittlungsanzeige eines Hundes als Pflegestelle bewerben oder zunächst unsere Selbstauskunft ausfüllen. Anschließend schauen wir gemeinsam, welcher Pflegehund am besten zu dir und deinem Alltag passt.

Wie die Bewerbung als Pflegestelle bei Waisenhunde e.V. abläuft, erfährst du hier.

Als Pflegestelle begleitest du einen Waisenhund auf seinem Weg in ein neues Leben. Du gibst ihm Sicherheit, Geborgenheit und zeigst ihm Schritt für Schritt, wie das Leben als Familienhund funktioniert.

Für viele unserer Hunde ist es das erste Mal, dass sie in einem Haus leben und den Alltag mit Menschen kennenlernen. Meistens sind sie noch nicht stubenrein, kennen keine Leine, klauen Essen vom Tisch oder finden die Katze besonders spannend. Mit liebevoller Konsequenz, Geduld und Verständnis hilfst du deinem Pflegehund, sich an sein neues Leben zu gewöhnen.

Gleichzeitig lernen wir den Hund durch deine Erfahrungen viel besser kennen. So können wir seine Eigenschaften und Bedürfnisse realistisch einschätzen und die Familie finden, die wirklich zu ihm passt.

Du versorgst uns regelmäßig mit Updates in Form von Fotos, Videos und Beschreibungen, damit wir deinen Pflegehund bestmöglich vermitteln können.

Das Wichtigste ist, dass du Freude am Umgang mit Hunden hast und bereits Hundeerfahrung mitbringst. Geduld, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft, einem Waisenhund die Zeit zu geben, die er braucht, sind dabei genauso wichtig. Viele unserer Hunde kennen das Leben im Haus, das Laufen an der Leine, Alltagsgeräusche oder das Zusammenleben mit Menschen noch nicht und müssen all das Schritt für Schritt lernen.

Mit Ruhe, liebevoller Konsequenz und Verständnis hilfst du deinem Pflegehund dabei, Schritt für Schritt Vertrauen zu fassen. Deshalb wünschen wir uns Pflegestellen, die solche Situationen ruhig und sicher begleiten können oder bereits Erfahrung im Umgang mit Hunden mitbringen.

Einige unserer Hunde profitieren außerdem von einem souveränen Ersthund, an dem sie sich orientieren können. Deshalb freuen wir uns besonders über Pflegestellen mit einem sozialverträglichen Hund, der neuen Artgenossen gelassen begegnet. Dies ist jedoch nicht bei jedem Pflegehund erforderlich.

Außerdem solltest du dich über die gesetzlichen Vorgaben zur Hundehaltung in deinem Bundesland informieren und diese erfüllen.

Grundsätzlich ist das möglich. Vorab führen wir ein ausführliches Gespräch, um dich bestmöglich auf deine neue Aufgabe vorzubereiten und gemeinsam zu schauen, welcher Hund zu dir passt. Wichtig ist, dass es sich um einen geeigneten Hund handelt, also keinen, bei dem bereits bekannt ist, dass er besondere Herausforderungen wie starke Ängstlichkeit oder ähnliches mitbringt.

Die Dauer einer Pflegestelle ist immer individuell. Manche Hunde bleiben nur wenige Wochen, andere mehrere Monate – abhängig von Alter, Charakter und ihren individuellen Bedürfnissen.

Auch Faktoren wie regelmäßige Updates, Fotos und Videos von der Pflegestelle spielen eine wichtige Rolle, da sie uns helfen, den Hund bestmöglich zu vermitteln. Jüngere und offene Hunde finden oft schneller ein Zuhause, während ängstlichere Hunde oder Hunde mit besonderen Themen mehr Zeit benötigen. Eine feste Dauer können wir daher nicht garantieren.

Die Futterkosten sowie die Erstausstattung deines Pflegehundes übernimmst du während der Pflegezeit. Tierärztliche Behandlungskosten und notwendige Medikamente übernehmen wir. Bitte stimme Tierarztbesuche oder weitere Behandlungen immer vorab mit deiner Ansprechpartnerin ab, damit wir die Versorgung bestmöglich koordinieren können.

Dein Pflegehund ist über Waisenhunde e.V. haftpflichtversichert. Sollte es zu einem Versicherungsfall kommen, informiere uns bitte zeitnah.

Ob für Pflegehunde in deiner Gemeinde Hundesteuer anfällt, erfährst du bei deiner Stadt oder Gemeinde.

Ganz unterschiedliche Hunde suchen bei uns einen liebevollen Pflegeplatz. Besonders in den Frühlings- und Sommermonaten stehen wir immer wieder vor einer großen Welpenflut. Viele der kleinen Waisenhunde brauchen dringend eine Pflegestelle, damit sie ihre wichtige Prägephase nicht im Tierheim verbringen müssen.

Aber auch ältere Hunde, schüchterne Hunde oder Hunde, die aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Geschichte oft übersehen werden, suchen ein Zuhause auf Zeit. Manchmal benötigen auch kranke oder verletzte Hunde nach einer Operation oder während ihrer Genesung eine Pflegestelle. Alle wichtigen Informationen und Besonderheiten findest du in den jeweiligen Vermittlungsanzeigen.

Der Start mit deinem Pflegehund

Unsere Hunde werden in der Regel mit einem professionellen Transportunternehmen nach Deutschland gebracht. Die Fahrzeuge sind vollklimatisiert und die Hunde werden die gesamte Fahrt über liebevoll betreut.

Bei ihrer Ankunft sind sie gechipt, grundimmunisiert, im Besitz eines gültigen EU-Heimtierausweises und wurden vor der Ausreise tierärztlich versorgt, entwurmt und auf Mittelmeerkrankheiten getestet.

Die Übergabe erfolgt an einem Treffpunkt, den wir dir kurz vor der Ankunft mitteilen. Bitte plane am Tag des Transports ausreichend Zeit ein. Die Strecke aus dem Ausland ist lang, sodass es jederzeit zu Verzögerungen und Änderungen der Ankunftszeit kommen kann.

Die Sicherheit deines Pflegehundes hat oberste Priorität. Deshalb werden unsere Hunde grundsätzlich doppelt gesichert – mit einem Sicherheitsgeschirr und einem Halsband. Eine Leine wird am Geschirr befestigt, die zweite am Halsband. So bleibt dein Hund auch dann gesichert, wenn dir eine Leine aus der Hand rutscht oder er sich aus einem Geschirr oder Halsband befreien sollte. Schau dir gerne unser Merkblatt zur Sicherung an.

Wir empfehlen außerdem, eine der Leinen an einem Bauchgurt zu befestigen. Gerade bei ängstlichen Hunden oder Hunden mit ausgeprägtem Jagdtrieb bietet dies zusätzliche Sicherheit. Auch ein GPS-Tracker am Halsband kann sinnvoll sein, um den Hund im Ernstfall schnell orten zu können.

Ist dein Garten hundesicher eingezäunt, darf sich dein Pflegehund nach einer kurzen Eingewöhnungszeit frei darin bewegen. Die ersten Male empfehlen wir jedoch, ihn angeleint mit in den Garten zu nehmen. So kann er sich in Ruhe orientieren und du erkennst, ob er versucht, über den Zaun zu klettern oder eine andere Möglichkeit zum Ausbrechen sucht.

Besonders bei ängstlichen oder unsicheren Hunden gibt die Leine zusätzliche Sicherheit. Außerdem kannst du deinen Pflegehund damit ganz entspannt wieder mit ins Haus nehmen, ohne ihn bedrängen oder einfangen zu müssen.

Gerade in den ersten Tagen gilt: Lieber einmal zu vorsichtig als einmal zu wenig. Die Sicherheit deines Pflegehundes hat immer oberste Priorität.

Die erste Begegnung sollte möglichst auf neutralem Boden stattfinden. Trotzdem kann es vorkommen, dass sich zwei Hunde nicht sofort verstehen – hier ist Geduld und ein gutes Management gefragt.

Wichtig ist, dass du die Möglichkeit hast, beide Hunde bei Bedarf vorübergehend räumlich zu trennen. Grundsätzlich vermitteln wir Pflegehunde nur in Haushalte mit einem sozialverträglichen Ersthund.

Gerne unterstützen wir dich bei der Zusammenführung und stehen dir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Sollte sich trotz aller Bemühungen zeigen, dass ein Zusammenleben dauerhaft nicht funktioniert, suchen wir gemeinsam nach einer Lösung. Bitte habe jedoch Verständnis dafür, dass eine neue Pflegestelle nicht immer innerhalb weniger Stunden oder Tage gefunden werden kann.

Das kommt tatsächlich häufiger vor, als man denkt. Wenn aus einem Pflegehund dein Herzenshund wird und alle Voraussetzungen für eine Adoption erfüllt sind, steht einer Übernahme in der Regel nichts im Weg.

Auch wenn wir uns über jede engagierte Pflegestelle freuen, ist unser größtes Ziel, dass jeder Waisenhund sein endgültiges Zuhause findet.

Die Übernahme erfolgt dann ganz regulär über unseren Adoptionsablauf mit Schutzvertrag und Schutzgebühr.

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